Feeds
Artikel
Kommentare

Willkommen in Berlin-Wannsee – virtuell per Netz oder real als Besucher unserer „Insel“. Dieser Blog soll auf Ereignisse in Wannsee aufmerksam machen, Probleme aufzeigen und zur Diskussion darüber einladen, wie der langsamen, aber sicheren Verschlechterung unseres Lebensumfelds Einhalt geboten werden kann. Der Autor wohnt seit inzwischen 25 Jahren in Wannsee und hat einige Entwicklungen miterlebt, die trotz der positiven Darstellungen unserer Politiker und Behörden sehr bedenklich sind. Vieles lässt sich nicht mehr ungeschehen machen, auf anderes kann dagegen noch Einfluss genommen werden. Ein Beispiel für letzteres sind die gerade laufenden Debatten um die Flugrouten nach Inbetriebnahme des ausgebauten Flughafens Schönefeld.

Getto I

In der Straße Zum Heckeshorn, im Bereich der Hausnummern 40-50 befand sich bis vor einigen Jahren ein Schwesternheim für das Personal der damaligen Lungenklinik Heckeshorn. Nachdem dieses Krankenhaus geschlossen wurde, war das Schwesternheim nicht mehr erforderlich und wurde abgerissen. Die Firma NCC begann, das gesamte Grundstück zu bebauen. Ein Eindruck, wie sich das am Anfang enwickelte, gibt der Artikel http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/wohnen-wiese-wald-und-wannsee/747274.html.

Kasernengebäude an der Straßenfront

Inzwischen sind die geplanten Häuser fast vollständig errichtet, und es lässt sich der architektonische Eindruck besser beurteilen. Obwohl offenbar der Baustadtrat des Bezirks den großen Wurf schon am Anfang vermisste, wurde im gleichen Stil weiter gebaut. Von der Straße aus entsteht zunächst (durch das massive Quergebäude) der Eindruck einer Kaserne. Links und rechts davon befinden sich die stets geschlossenen Gatter, die zusammen mit dem ringsherum gezogenen Zaun den Begriff der “Gated Community” nahe legen. Deshalb hat der gesamte Komplex im Volksmund auch bereits den Namen Getto I erhalten (I wegen in der Nähe liegender weiterer gettoähnlicher Siedlungen). Ob es einen wirklichen Gatekeeper gibt, ist nicht bekannt.

Nun war das vorherige Schwesternheim sicher auch kein architektonisches Kleinod, doch fügte es sich wenigstens recht harmonisch in die vorhandene Waldlandschaft ein. Es gab Laub- und Nadelbäume – die hier so typische märkische Kiefer dominierte -, außerdem kleine Hügel und Täler, und das Gelände war nach fast allen Seiten hin offen. Die Bäume wurden, vermutlich aus dem einzigen Grund, das Bauen zu erleichtern und Baukosten zu sparen, fast alle abgesägt. Es bleibt fraglich, ob sich das nicht hätte vermeiden lassen und ob es mit der jeweils gültigen Baumschutzverordnung im Einklang stand.